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Naturköderangeln Norwegen

Operation Tiefsee

Unsere Kunden berichten uns oft von schönen Fängen mit der Pilkausrüstung.
Wenn es jedoch in Regionen jenseits der 250 Meter Marke geht scheiden sich die Geister.
Die falsche Ausrüstung wurde mitgenommen und es fehlt an den Grundlagen dieser
aüßerst interessanten Angelmethode.

Wir wollen nun auf das Thema "Naturköderangeln" einmal etwas genauer eingehen.

Die wichtigste Grundlage hierbei ist:

Die dicken Fische fängt man in der Tiefe.

Die Statistik besagt,
große Fische, wobei groß hier ab 15 Kg aufwärts bezeichnet ist, leben in Tiefen ab 200m.
Große Leng oder Lumb und auch kapitale Rotbarsche werden in solchen Tiefen erbeutet.
Es ist nur etwas mühselig 800g Blei und einen starken Kämpfer aus diesen Tiefen an die
Oberfläche zu befördern.
Hier wird dann spätestens die Billigkombo für 70.- Euro den Geist aufgeben,
über die körperliche Anstrengung wollen wir hier nicht reden.
Das Angelgerät sollte also eine gewisse Mindestanforderung nicht unterschreiten, denn wer
geht schon mit der Kopfrute zum Karpfenangeln.
Die Rute:
Kurz, leicht und knallhart sollte das gute Stück sein. Eine Bootsrute von max. 2,10m Länge ist hier
genau die richtige Wahl. Bei einer Rute von 2,70m Länge hat man einen zu großen Hebel, die Kräfte
werden also schneller schwinden als es einem lieb ist. Weiche Spitzen sind hier auch nicht erwünscht
weil kaum zwischen Biss und Hänger unterschieden werden kann. Bei mehrstündigem angeln spielt
auch das Gewicht der Ausrüstung eine wichtige Rolle. Opas Glasfaserknüppel ist zwar kurz und
knallhart, aber bei dem Gewicht verliert man schnell die Lust an großen Fischen.
Die Rute sollte also eine 50 lbs Kohlefaserrute mit exzellenter Beringung, einteilig, mit Kreuz für den
Gurt und eine starke Spitze aufweisen.
Die Rolle:
Die Rolle sollte über eine Schnurfassung von mindestens 600m geflochtener Schnur verfügen.
Es wird also zwangsläufig auf eine Multirolle hinauslaufen. Grundregel hierbei: So einfach als möglich.
Verzichten Sie auf Schnickschnack, keine Schnurführung, keine Plastikzahnrädchen,
keine Plastikspule und keine Minibremse. Wählen Sie die Rolle aus der oberen Regalreihe,
Metallgehäuse, Metallspule, große Bremse und großen Griff und alles salzwassertauglich mit sehr guten
Lagern. Die 20 Kilo Fisch liegen auf der Rolle, ein 50.- Euro Schnäppchen ist hier fehl am Platz.
Die Schnur:
Selbstverständlich geflochten muss sie sein. Geringe Dehnung und hohe Tragkräfte sind hierbei wichtig.
Bei einer Monoschnur merken Sie in 300m Tiefe nichts. Also eine gute geflochtene Schnur 0,30 bis
0,40mm mit hoher Tragkraft wählen, knausern Sie nicht bei dieser Anschaffung, das Billigzeug aus
dem Web ist nicht geeignet.
Vorfächer:
Hier scheiden sich die Geister, einige schwören auf Fertigvorfächer, andere nutzen nur die
Eigenbauten.
Fertigvorfächer sollten eine Schnurstärke von mindestens 0,80mm aufweisen und nicht mehr als
zwei Beifänger angebracht haben. Die Hakengröße sollte min. 8/0 betragen, starke Wirbel sind
selbstverständlich. In unseren Augen sind Montagen von Quantum oder Hakuma geeignet, allerdings
nutzen wir diese Systeme nur für die leichte Naturköderangelei.
Wenn es in die Tiefe geht ist folgendes vorzuziehen:
Monofile Salzwasservorfachschnur von 1,00mm bis 1,20mm verwenden. 
Die Vorfachlänge sollte mindestens 1,50m und max. die Länge der Rute betragen. 
Wir binden, mittels eines Norweger- oder  Springerknotens, einen Ausleger.
Dieser Ausleger wird in 60 - 80 cm eingebunden und sollte ca. 15 - 20 cm von der Hauptschnur 
abstehen. Um mehr Festigkeit zu erlangen kann dieser Ausleger mit einem PVC Schlauch 
überzogen werden. 
An das Ende kommt ein großer Wirbel, bitte doppelt einschlaufen.
In diesen Wirbel hängen Sie das Hakenvorfach, ebenfalls 1,00mm oder 1,20mm mono 
Vorfachschnur mit einem 10er oder 12er Haken gebunden. Über dieses Vorfach wird dünner fluo
PVC Schlauch geschoben damit die Zähne unserer möglichen Räuber nicht die Schnur beschädigen.
Sehr gut geeignet ist die Doppelhakenmontage, ein großer Haken fest eingebunden und ein etwas
kleinerer Haken verstellbar, eingeschlauft vorgesetzt.
Je nach Ködergröße kann dieser Haken im Abstand verstellt werden.
Auf vieles Lametta kann hier getrost verzichtet werden, eine Leuchtperle oder ein Knicklicht 
vorgeschaltet sind ausreichend. Der Naturköder ist hierbei wichtiger als das bunte Zeug aus der
Spielzeugkiste.
An das Ende unseres Vorfaches wird ein Wirbel eingeschlauft, in diesen wird ein kurzes Stück
0,60mm Schnur eingehängt welches am Ende das Blei trägt.
Der dünnere Schnurdurchmesser bildet eine Sollbruchstelle damit bei einem Hänger nicht die
gesamte Montage verloren geht.
Blei:
Bei dieser Art des Naturköderangelns kommen Gewichte ab 500g zum Einsatz. 700 bis 1000g
sind hier als normal zu erachten.
Bleie in dieser Größe sind im normalen Fachhandel sehr schwer zu bekommen und Spezialbleie
in Leuchtfarbe und mit Duftstoffeinlagen sind sicherlich schön anzusehen, aber nicht unbedingt
notwendig.
Wir basteln also selbst, ob nun die runde Form, die Tropfenform, oder das Stabblei, freie Auswahl.
Ich benutze gern Stabbleie, die schlanke Form bewirkt ein schnelles absinken des Köders und
die Bodenbeschaffenheit ist besser zu "erfühlen" und die schlanke Form ist nicht so Hängeranfällig.
Wirbel:
Es sollten hierbei nur salzwasserfeste Meerswirbel Verwendung finden, Messingwirbel, oder die
hübschen Plättchenwirbel werden nach kurzer Zeit wegrotten.
Haken:
Haken für das Naturköderangeln müssen extrem scharf sein. Ich bevorzuge Haken von Gamakatsu,
extrem scharf, sehr stabil und über lange Zeit zu verwenden. 
Bitte verwenden Sie nur Einzelhaken, Drillinge sind für diese Angelei nicht geeignet.
Sonst noch:
Jeder Knoten schwächt die Schnur, "Knotenlos" Verbinder zur Hauptschnur sind sehr gut geeignet,
nur in relevanten Größen ebenfalls schwer zu bekommen. Vermeiden Sie also zu viele Knoten und 
Schlaufen sollten doppelt gelegt werden.
Nun haben Sie also die nötigen Grundlagen für die "Hardware" gesammelt, jetzt kann es losgehen.
Das Wichtigste vorweg:
Gehen Sie positiv an die Sache ran, mit einem fröhlichen Liedchen auf den Lippen und dem Willen
das Monster der Tiefe zu ergattern wird sicherlich ein positives Erlebnis zu erwarten sein.
Die Nörgelfritzen, die schon am Steg irgendwelche Ausreden anbringen, sollten die Pilkausrüstung
zur Hand nehmen und mit einem anderen Boot aufs Wasser fahren.

Wählen Sie vor Ihrer Ausfahrt, anhand der Seekarte, geeignete Stellen aus, vorzugsweise Sand- oder
Kiesboden. Kleine Steine oder Muschelbänke sind auch sehr gut geeignet. Meiden Sie Schlamm, das
Blei versinkt und saugt sich fest und zusätzlich ist hier die Fischausbeute gleich Null.
Sind Sie nun an der passenden Stelle angekommen geht es nun um die Frage des Köders.
Wie der Name schon sagt wird hier mit Naturködern geangelt.
Am besten geeignet ist in der Reihenfolge: Makrele, Hering, Köhler.
Ich bevorzuge Makrelen als Köder, da dieser Fisch nach kurzer Zeit einen netten Geruch verbreitet.
Die Haut wird nicht entfernt da das Fleisch zu weich ist.
Nehmen Sie einen ganzen oder, je nach Größe, einen halben Fisch (Schwanzteil). 
Den großen Haken hinten und den kleinen Haken vorn einsetzen. Die Flattermontage ist auch sehr
gut geeignet, die Mittelgräte herausschneiden und die Filetstücken schön flattern lassen.
Jetzt geht es aber los.
Der Köder sinkt auf den Boden, unten angekommen straffen Sie die Schnur und halten das Blei am
Meeresgrund. 
Jetzt werde Sie die Qualität Ihrer Ausrüstung bemerken, selbst bei mehr als 300m Wassertiefe
spüren sie in der Rute die kleinsten Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit. 
Bei weichem Boden bemerken Sie wie das Blei in den Boden einsinkt, bei hartem Boden werden 
Sie einen kurzen Schlag spüren.
Sollte nach dem Ablassen die Schnur unter einem Winkel von weniger als 45 Grad in das Wasser
laufen, können Sie die Sache schon vergessen. Die Drift ist zu stark und Ihr Köder wird über den
Grund geschliffen.
Der Köder muss so senkrecht als möglich geführt werden. Bei waagerechter Führung ist die Gefahr
eines Hängers erheblich größer und der Köder liegt auf dem Boden auf.
Ist die Köderführung optimal lassen Sie das Blei am Grund ruhen. Den Daumen auf der Multi und die
Bremse leicht gelöst, so halten Sie Kontakt zu Ihrer Montage.
Nach einigen Minuten heben Sie das Blei vom Boden und lassen es aufschlagen, Sie klopfen an.
Einige Genossen der Tiefe müssen erst wachgerüttelt werden um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen.
Nun hat also ein Tiefseebewohner den Köder erspäht und macht sich sogleich darüber her.
Wichtigste Devise ist... Ruhe bewahren, nicht gleich beim ersten Zupfer anschlagen, lassen Sie sich
Zeit. Nicht selten wird erst gekostet um dann erst später den Bissen zu verspeisen.
Erst wenn Sie einen stetigen Zug in der Schnur verspüren wird der Anhieb gesetzt,  hierbei sollte
die Schnur in einem Winkel von 90 Grad zur Rute stehen.
Nicht zu hart anschlagen, die neuen Haken schlitzen sehr leicht aus.
Die Bremse wird in der nun folgenden Zeit das wichtigste Utensil darstellen, nichts überstürzen,
gerade große Lumben haben die Angewohnheit im Mittelwasser nochmals abtauchen zu wollen.
Haben Sie jetzt die Bremse auf Block gesetzt, geht das in die Hose.
An der Oberfläche ist höchste Vorsicht geboten, erst wenn der Gegner seinen Bauch zeigt ist er auch
kraftlos, ansonsten versucht er es sicherlich noch einmal.

Wenn Sie nun nach mehreren 100 Metern Drill den Fang an Bord gehievt haben und Ihre Kräfte am
Ende sind werden Sie feststellen wie aufregend diese Angelmethode ist.
Auch hier, wie immer im Leben, Übung macht den Meister.
Ich für meinen Teil möchte auf dieses Erlebnis nicht verzichten und wünsche bei den ersten Versuchen 
viel Spaß und kräftig Petri Heil.

Matthias

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